Auch Berlin entdeckt Sigmund Strecker – Meller Kreisblatt vom 4.2.2010

Mit der bundesweit bislang umfangreichsten Werkschau wurde vom 29. August bis 4. Oktober auf Schloss Königsbrück das künstlerische Schaffen von Sigmund Strecker (1914–1969) gewürdigt. Am Sonntag öffnet auch in Berlin eine Strecker- Ausstellung.

Atmosphärisch stimmig: In „Clärchens Ballsaal“ findet am Sonntag die Hommage an Sigmund Strecker statt. Der Saal stammt aus der Zeit der wilden 20er-Jahre in Berlin. Foto: Bernd Schönberger
Atmosphärisch stimmig: In „Clärchens Ballsaal“ findet am Sonntag die Hommage an Sigmund Strecker statt. Der Saal stammt aus der Zeit der wilden 20er-Jahre in Berlin. Foto: Bernd Schönberger

Sigmund Strecker hatte bis zu seinem Freitod an unterschiedlichen Orten des damaligen Landkreises Melle gelebt und gearbeitet. In dieser Zeit waren zahlreiche Ölbilder, Aquarelle, Zeichnungen und Skulpturen entstanden, die sich auch in bedeutenden Privatsammlungen finden. „Wir öffnen mit der Ausstellung eine Truhe“, hob Prof. Bernhard Strecker seinerzeit hervor. Der Berliner Architekt ist der älteste Sohn des Künstlers und hatte gemeinsam mit der Familie maßgeblich die Retrospektive in Königsbrück vorbereitet. Deren Schirmherrschaft hatten Sabine und Karl-Friedrich von Richthofen übernommen.

Bernhard Strecker ist es nun auch in Berlin gelungen, mit „Clärchens Ballhaus“ eine der angesagtesten und bekanntesten „Event-Locations“ für die Präsentation der Werke seines Vaters ausfindig zu machen. Seit 1913 tanzen dort die Berliner, und der große Ballsaal und der Garten sind auch heute noch der Treffpunkt in Berlin-Mitte. Hier mischen sich Tradition und Zeitgeist, und der patinabesetzte Spiegelsaal verströmt den Glanz der Gründerzeit. Neben den Alten kommen plötzlich auch die Jungen, und „Clärchens Ballsaal“ hat sich zum aktuellen Szenentreff gemausert. Stars und Sternchen gehören daher natürlich auch zum Publikum, und so ließ sich Tom Cruise für seinen Film „Walküre“ dort ebenso sehen wie Roger Schawinski, der im Saal sein Buch „Die TV-Falle“ erstmals vorstellte.

Auch die Strecker-Ausstellung erhält mit dem Filmemacher Volker Schlöndorff prominenten Besuch. „Es hat sich in Berlin herumgesprochen, dass es ein kostbares Kulturereignis in der Provinz irgendwo in Niedersachsen gegeben hat“, sagte Strecker gestern nicht ganz ernst gemeint. Er jedenfalls freut sich, die Bilder und Skulpturen seines Vaters in der Bundeshauptstadt so interessant präsentieren zu können.

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